Isla Negra – eine Oase des Nichtstuns
17 12 2011Drei Tage Isla de Negra liegen hinter mir.
Mittlerweile sitze ich auf der Dachterasse des Hostels Plaza de Armas in Santiago und schaue auf das bunte Menschentreiben.
Doch erstmal zu den letztenTagen
Isla Negra ist ein kleiner Ort zwischen Valparaiso und Santiago und hat eigentlich kaum etwas zu bieten es sei denn man wohnt im La Locura del Poeta.
Ich habe ja schon einige Hostels hinter mir, aber dieses Hostel ist etwas ganz Besonderes.
Es ist eine Familie, es gibt kein WiFi und keinen Fernseher. Ebenso sucht man vergeblich einen Tisch zum Essen im Wohnzimmer. Alles spielt sich auf dem Fußboden ab. Und die Familie spricht kaum englisch, sodass ich echt mal richtig gefordert wurde spanisch zu sprechen und es wurde besser.
Doch alles der Reihe nach.
Isla Negra hat als Highlight das Haus des chilenischen Dichter und Schriftsteller Pablo Neruda. Es setzte sich vor allem gegen den Faschismus in seinem Heimatland und in Spanien ein und erhielt 1971 den Nobelpreis für Literatur.
Ansonsten gibt es in Isla Negra einen wilden Pazifik zu bestaunen.
Jetzt aber zu dem Hostel.
Sandra lebt dort mit ihren zwei Töchtern und nimmt einen sofort in ihr Herz auf, sobald man die Schuhe ausgezogen hat.
Das Haus steht allen offen, sodass sich abends immer einige Freunde einfinden, quatschen, handarbeiten, kochen. In diesem Hostel ist alles so tranquillo, einfach wunderbar.
Falls meine momentane Reisemüdigkeit weiter anhält, dies wäre ein Ort um ein paar Wochen dort zu verbringen und spanisch ohne Schule zu lernen.
Hier mal ein paar Bilder, damit ihr eine Vorstellung habt:
Handarbeiten für jedermann. Hier könnt ihr sehen wie die Armbänder hergestellt werden, die man überall auf den Märkten in Südamerika kaufen kann.
Oder man strickt mal schnell eine Wollmütze, der nächste Winter kommt bestimmt.
Einen Ofen haben wir auch gebaut. Aus Pappkarton mit einem Spiegel und einer Scheibe Glas. Leider war dann aber die Sonne verschwunden um auszuprobieren ob er funktioniert.
Und wenn ich wieder mal ohne Geldbörse dastehe, jetzt weiß ich wie ich mir aus einem Tetrapack eine basteln kann.
Wie ihr also seht, mein handarbeitliches Geschick wurde sehr gefordert. Aber Isla Negra hat noch etwas zu bieten.
Da wären zu einem der Pirat. Ein Mann der sein Haus wie ein Schiff gebaut hat.
Man kann es besichtigen und wie Kinder darin herumklettern und Pirat spielen. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen.
Oder ein spiritueller Ort, auf dem sich früher ein Mapuchefriedhof befand. Überhaupt, alle Menschen die ich in Isla Negra kennengelernt habe, waren sehr darauf bedacht mir ihre Geschichte oder die der Mapuche näher zu bringen.
Am Freitag besuchten wir dann noch einen Freund von Sandra. Er ist Bildhauer und Sammler.
und lebt etwas einfacher, um es mal so auszudrücken.
Vielleicht sollte ich das auch nochmal ausprobieren, etwas aus Holz zu schnitzen, aber ich glaube ich halte mich an das Sprichwort :“Schuster bleibt deinen Leisten.“
Mittlerweile schwitze ich übringens bei 34 Grad in Santiago so vor mich hin. Zum Glück habe ich meine selbstgefertigte Mütze in Isla Negra gelassen.
Bis denne
Franzi